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20.01.2021

Buddhismus in Österreich

Aufgaben und Nutzen der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR)

Buddha, Dharma, Sangha: vor dem Hintergrund der Drei Juwelen des buddhistischen Übungsweges können die zentralen Aufgaben der ÖBR analysiert und in ihren gesellschaftlichen Kontext gestellt werden.

 

Dieser Beitrag präsentiert anhand der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Organisation deren Nutzen und die gesellschaftlichen Wirkungen für unterschiedliche Zielgruppen. 

 

UNSERE OeBR AKTIVITAETSFELDER 2021 01

 

Die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft ist seit ihrer staatlichen Anerkennung im Jahre 1983 eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Sie ist eine Ehrenamtsorganisation, getragen von über 100 unentgeltlich tätigen Personen, die mit viel Einsatz ihre Aufgaben erfüllen.

 

Historischer Bezug

Kern der buddhistischen Lehre sind die Drei Juwelen, zu denen alle Buddhistinnen und Buddhisten Zuflucht nehmen und ihr Leben danach ausrichten sollten: Buddha, Dharma und Sangha. Buddha, der historische Begründer der Lehre, der 500 v.u.Z. in Nordindien lebte, wurde als Fürstensohn geboren, entsagte mit 29 Jahren diesem Lebensstil, zog in die Hauslosigkeit und meditierte sieben Jahre lang, bis er zu dem Moment der vollkommenen Befreiung von Leiden und leidverursachenden Bedingungen gelangte. Danach gab er seine Erkenntnisse über 40 Jahre lang an ordinierte Männer und Frauen sowie an Laienanhänger weiter. Seine Lehre wird als Dharma bezeichnet und ist das zweite Juwel der drei Zufluchtsobjekte. Das dritte Juwel ist die Gemeinschaft der Praktizierenden, die Sangha.

 

Die ÖBR leistet in vielen gesellschaftlichen Bereichen sehr wichtige Beiträge für die Vermittlung von Wertvorstellungen, die durch die Drei Juwelen bestimmt sind: in Dialog miteinander sein, Verschiedenheit wertschätzen und Zusammenhalt fördern. Oberstes Ziel der ÖBR ist die Unterstützung des einzelnen Menschen, der entweder die Lehre des Buddha bereits praktiziert oder daran interessiert ist.

 

Vielfältiges Angebot   

 

Für diese Menschen werden viele verschiedene Tore offengehalten, ohne dass irgendeine Form von Mission erfolgt. In dem Angebot an jeden Einzelnen liegt zwangsläufig ein ebensolches an die ganze Gesellschaft. Indem der einzelne Mensch durch seine buddhistische Praxis ein verstärktes ethisches Bewusstsein entfaltet, wirkt dieses automatisch in die Gesellschaft hinein. Dadurch kann ein ganz wesentlicher Beitrag für die Entwicklung der Gesellschaft geleistet werden, da der Buddhismus allen Quellen für ein „Gutes Leben“ sehr offen und förderlich gegenübersteht. Er vertritt hier einen Weg der Mitte, der das Extreme als nicht zielführend erkennt und große Offenheit und Respekt als wesentliche Bestandteile eines guten gesellschaftlichen Dialogs fördert.

 

GW

 

ÖBR-Präsident Gerhard Weissgrab 

 

„Der Wert und die Wirkung der Buddhalehre entfaltet sich ausschließlich
durch die persönliche Praxis jedes einzelnen Menschen.

Eine heilsame Rückwirkung auf die gesamte Gesellschaft entsteht automatisch dadurch,
dass jede und jeder Einzelne Teil dieser Gesellschaft ist
und ihr oder sein Handeln die Gesellschaft zwangsläufig formt.

Zu den Besonderheiten der buddhistischen Religion zählt eine fast unüberschaubare Vielfalt
im Angebot der Praxiswege auf Basis der „Vier Edlen Wahrheiten“.

Die ÖBR trägt Verantwortung dafür, unter Wahrung der Authentizität des Dharma,
diese Vielfalt zu fördern und allen Interessierten zugänglich zu machen."

 

 

Dialogpartner – Gesellschaft miteinander gestalten

 

Eine wichtige Aufgabe der ÖBR ist es, zeitgemäße und verständliche Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um so viele weitere Türen zur Lehre des Buddha zu öffnen.

 

Zu den religionsrelevanten Leitmedien innerhalb der österreichischen Medienlandschaft wie ORF- Religionssendungen im Radio und im TV sowie zu den Qualitätsmedien im Printbereich bestehen gute und wertschätzende Beziehungen.

 

Darüber hinaus erscheint vierteljährlich mit dem Magazin Buddhismus in Österreich das offizielle Publikationsorgan der ÖBR in einer Auflagenhöhe von 5.000 Stück. Es ist die größte buddhistische Zeitschrift Österreichs, in der regelmäßig buddhistische Lehrerinnen und Lehrer in Form eines persönlichen Interviews vorgestellt werden, Artikel die Lehre des Buddha zeitgemäß präsentieren und die Gruppen der ÖBR auf ihre öffentlichen Veranstaltungen hinweisen können.

 

Die ÖBR nutzt weiters zeitgemäße Informationskanäle wie Facebook: Buddhismus in Österreich, um prägnant und aktuell zu informieren. Darüber hinaus wird vierteljährlich ein eigener elektronischer ÖBR-Newsletter versandt, der wichtige Inhalte im eigenen News-Bereich der ÖBR-Website in den Vordergrund stellt.

 

Aus einem zunehmenden Bedürfnis nach Abstimmung und Austausch zwischen den unterschiedlichen Kirchen und Religionsgesellschaften formierte sich auf Mitinitiative der ÖBR im Jahre 2011 die Plattform der staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften. Sie hat sich mit ihrem halbjährlich stattfindenden Treffen als wertvolles Austauschgremium der verschiedenen Religionen erfolgreich entwickelt und bietet ein wertvolles Podium für ein gutes und friedliches Miteinander in Österreich.

 

Der interreligiöse Dialog auf Länder- und Städteebene hat sehr starken Zuwachs erfahren, sei es durch gemeinsame religiöse Handlungen, öffentliche Diskussionen oder themen- und projektspezifische Zusammenarbeit, wie z. B. dem Campus der Religionen, der in Wien-Aspern entstehen wird.

 

Die ÖBR ist Teil der europäischen buddhistischen Familie. Der europäische Dachverband, die Europäische Buddhistische Union, wurde 1975 in Paris gegründet und ist auf europäischer Ebene der Verband, in dem alle nationalen buddhistischen Dachverbände gemeinsam mit paneuropäischen buddhistischen Gruppen zusammenarbeiten.

 

Redaktion: Manfred Krejci, Fotos und Grafik: ÖBR

 

Manfred Krejci

war langjähriger Verlagsleiter und Chefredakteur in einem renommierten Fachzeitschriftenverlag. Er besuchte den Lehrgang der Akademie für Buddhismus und Christentum, absolvierte eine Ausbildung zum Meditations- und Achtsamkeitslehrer, unterstützt die ÖBR im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und ist Leiter ihrer Bibliothek.



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